Post on 18 November 2010

Hospizbewegung

Sterbebegleitung stärker gefragt

Von Margret Klose, 18.11.10

Die Hospizbewegung Rhein-Erft hat ihre Broschüre 2011 vorgestellt. 1.845 Personen sind Mitglied in den acht Hospizvereinen, die Sterbende umsorgen. Landrat Werner Stump und Erftstadts Bürgermeister Franz-Georg Rips lobten die Arbeit.

 

Rhein-Erft - All seine Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten, sagte Landrat Werner Stump am Dienstagnachmittag der Hospizbewegung im Kreis zu. Hoch lobten er und Erftstadts Bürgermeister Franz-Georg Rips die ehrenamtlich engagierten Mitarbeiter. Gekommen waren Vertreter aller der Hospizbewegung angeschlossenen Vereine im Rhein-Erft-Kreis bei der Vorstellung der Broschüre 2011 mit dem Titel „Hospizbewegung Rhein-Erft - Ziele, Aufgaben und Befähigung".

Die Broschüre richtet sich an alle Ehrenamtler sowie an Menschen, die sich für die Arbeit und den Gedanken der Hospizbewegung interessieren. Sie ist kostenlos bei allen acht Hospizvereinen zwischen Bedburg, Bergheim, Brühl und Wesseling zu haben. In dem Heft sind unter anderem die Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufgeführt, die für die ehrenamtliche Begleitung von Sterbenden und Trauernden nötig und wichtig sind.

„Unser Ziel ist es nach wie vor, die Ausbildung der Ehrenamtler im gesamten Kreis auf gleich hohem Niveau zu halten", erklärte Wilhelm Baier, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Hospiz im Rhein-Erft-Kreis. In seinem Vortrag zog er auch eine Bilanz der ehrenamtlichen Hospizarbeit der vergangenen Jahre. Besonders wegen der guten Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer habe die Hospizbewegung zunehmend Akzeptanz gewonnen.

„Bis Anfang 2010 stieg die Mitgliederzahl in den acht Hospizvereinen in der Region auf 1.845 Personen, von denen 365 ehrenamtlich tätig sind und im Jahr 2009 insgesamt 354 sterbende Menschen begleitet haben", so Baier. Um 200 Menschen habe man zudem in ihrer Trauerphase betreut.

Baier sprach von einer Zunahme der Sterbebegleitung von rund zehn Prozent. Ähnlich positiv schilderte er auch die Entwicklung im stationären Bereich. Seit der Eröffnung von Haus Erftaue vor rund vier Jahren habe man dort fast 400 Menschen beherbergt, die von 13 hauptamtlichen Pflegekräften und 28 ehrenamtlichen Hopizmitarbeitern betreut wurden. Gerade wegen der guten Auslastung des Hauses, denkt Rips über eine Erweiterung des Angebots nach, von derzeit acht auf zehn Betten.

Sowohl für das Haus Erftaue, als für den ambulanten Hospizdienst werden weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. Ausgezeichnet von der Kreissparkassen-Kampagne „Gut für die Region" wurde das Projekt Trauerchat für Jugendliche und junge Erwachsene unter der E-Mail-Adresse  www.doch-etwas-bleibt.de Dort haben Jugendliche, die einen nahe stehenden Menschen verloren haben, neben allgemeinen Informationen und Tipps zur Trauerbewältigung, auch die Möglichkeit zum Austausch mit anderen in einer ähnlichen Situation.

Ebenfalls zu den jüngsten Entwicklungen zählt die Gründung des Palliativ-Netzwerks Südlicher Erftkreis e.V. die auf Initiative von Dr. Rolf Scholer-Everts, Leiter der Palliativ-Einheit in Wesseling zurückgeht. Diesem Netzwerk haben sich neben der Palliativ-Einheit im Dreifaltigkeits-Krankenhaus, den Hospizdiensten Brühl, Wesseling, Erftstadt und Hürth, dem stationären Hospizhaus Erftaue, auch der ambulante Palliativdienst der Caritas, acht Palliativärzte und drei Apotheken angeschlossen.