Post on 02 März 2011

Leiden und Sterben gehören zum Leben

Pilotprojekt: Erfolgreiche Trauerarbeit in der Grundschule

Hürth-Fischenich (jld). Sie lachen, sind ausgelassen, und manchmal sogar ein bisschen albern - die Schüler der 4b der Grundschule in Hürth-Fischenich. Ganz normale Vierklässler eben. Stimmt. Allerdings haben sich die 24 Jungen und Mädchen zuvor eine Woche lang im Unterricht mit Themen wie Krankheit, Trauer, Tod und Sterben auseinander gesetzt. Und da konnte man im Vorfeld schon Fragen, wie die Kinder das wohl wegstecken würden.

Hospiz macht Schule

Eine Woche Projektarbeit zu Themen wie Krankheit und Leid, Sterben und Tod liegt hinter den Schülern und den Ehrenamtlichen von Hospiz Hürth. Eine "gute Woche" und für alle Seiten eine wichtige Erfahrung.

"Hervorragend" lautet die Antwort von Projektkoordinatorin Hildegard Wilkens vom Hürther Hospiz. "Die Kinder sollen bei diesem bundesweiten Projekt erkennen, dass Leid und Sterben zum Leben dazugehören!" Gemeinsam mit fünf weiteren Ehrenamtlichen hat sie eine Woche lang die Schüler begleitet. Das Konzept wurde vom Dürener Hospiz, Lehrern und Pädagogen erarbeitet und will Kinder den alters- und kindgerechten Zugang ermöglichen. Es wird gemalt, gebastelt, Geschichten gehört. Und immer wieder sind die Kinder aufgefordert, eigene Ansätze zu entwickeln. Zu fragen: "Was tut mit gut, wenn ich traurig bin?"
"Wenn jemand stirbt, verliert man seine Wurzeln", beschrieb Max seine Erfahrungen. "Aber man muss keine Angst haben", ergänzte David. "Denn traurige Gedanken und fröhliche Gedanken gehören irgendwie zusammen!"
Das Fazit aller Beteiligten - Eltern, Schüler, Schule und Hospiz - ist positiv. So gut sogar, dass die Idee nun auch an andere Grundschulen im Kreis weiter getragen werden soll.