Post on 06 Mai 2009

 

Rollentausch im Hospiz Hürth

Rollentausch im Hospiz Hürth

Nach elf Jahren tritt Hildegard Wilkes von ihrem Amt zurück

TIM SCHAER HÜRTH. "Herzlichkeit, Erfahrung, Lebendigkeit und Deutlichkeit." Mit diesen Worten beschrieb Pfarrer Dieter Steves die erste Koordinatorin des "Hospiz Hürth", Hildegard Wilkes. Nach elf Jahren Amtszeit wird Wilkes ihre Stelle aufgeben. Anlässlich ihrer großen Verdienste lud der Hospiz-Verein am Montag zum "Rollentausch" in das Pfarrheim von St. Katharina ein. 

Rollentausch im Hospiz Hürth

 

Pfarrer Dieter Steves verabschiedete Hildegard Wilkes und stellte ihre Nachfolgerin Anja Kurth vor (v.l.). (Foto: Rosenbaum)  

"Mit ihren offenen Augen, kräftigen Händen und ihrem warmen Herzen hatte sie dem Hospiz in ihrer Amtszeit ein Gesicht und einen großen Teil ihres Herzen gegeben. Obwohl Frau Wilkes dem Hospiz erhalten bleibt, ist auch ein wenig Wehmut vorhanden", so der zweite Vorsitzende Ignaz Pley. Er hat die ehemalige erste Koordinatorin als sehr zuverlässig und verantwortungsvoll kennen und schätzen gelernt.

In ihrer Zeit als erste Koordinatorin habe es Hildegard Wilkes immer wieder geschafft, Menschen Hoffnung und Leben zu vermitteln. "Glücklich sein ist lieben, was man tut, und tun was man liebt." So beschrieb Dieter Steves ihre Arbeit in seiner Dankesrede. Zu jedem Zeitpunkt ihrer Amtszeit habe man die Freude, an dem, was sie tut, gespürt.

Auch Hildegard Wilkes ist erfreut über den "Rollentausch" und bezeichnet ihn als "Glücksfall". Einerseits könne sie ihr Wissen und ihre Erfahrung weiterhin einbringen, andererseits freue sie sich über ihre zukünftige Freizeit. Den Anreiz ihrer Arbeit sah sie in der Aufgabe herauszufinden, wie man sterbenden Menschen einen neuen Anreiz am Weiterleben und Hoffnung vermitteln kann. Jedes persönliches Gespräch sei für sie ein besonderer und bewegender Moment gewesen.

Als Dank für ihr Engagement überreichte ihr Dieter Steves ein Bild der Künstlerin Anna Luise Gravis mit dem Titel "Grün ist die Hoffnung". Ausgesucht wurde dieses Bild, auf Grund der Hoffnung, die Hildegard Wilkes sterbenden Menschen gab.  

In Zukunft wird Anja Kurth den Staffelstab übernehmen. In den vergangenen anderthalb Jahre arbeitete sie auf halber Stelle als zweite Koordinatorin des "Hospiz Hürth". In dieser Zeit der Zusammenarbeit entwickelte sich eine große Freundschaft zwischen den beiden Koordinatorinnen. Deshalb wird Hildegard Wilkes dem Hospiz im zweiten Glied erhalten bleiben. Als ein "Geschenk des Himmels" bezeichnete Pfarrer Steves diese Konstellation. In den vergangenen Jahren konnte Hildegard Wilkes sehr viel ihrer Erfahrung an ihre Nachfolgerin weitergeben. Wenn auch nur auf halber Stelle, wird sie auch in Zukunft die neue Koordinatorin unterstützen.