Post on 18 Juni 2014

Buchvorstellung: „Bewusst leben – menschenwürdig sterben"

Dr. W. Lerch, E. Kohler, I. Pley, P. Brüggen, G. Felder, B. Kramer, K. Terlau, V. Tophofen (v.l.), Foto © eh

Erftstadt - Auf einer Pressekonferenz am 17.06.2014 wurde ein Buch vorgestellt, welches als das Ergebnis eines sehr interessanten Projektes bezeichnet werden muss. Erläutert haben Ideengeber und Projektträger, als da wären: Gerd Felder, Projektleiter, Verena Tophoven, Leiterin des Hospizes Erftaue, Egbert Kohler, Geschäftsführer der Hospiz im Rhein-Erft-Kreis gGmbH, Dr. Wolfgang Lerch (Hospiz Pulheim), Bruno Kramer (Hospiz Frechen) sowie weitere Vertreter der Hospiz-Bewegung aus dem Kreis, wie Ignaz Pley, Klaus Terlau und Peter Brügger.

Von September bis Ende November 2013 haben die ambulanten Hospizvereine im Rhein-Erft-Kreis und das „Team Zirkel" aus Münster zusammen mit 12 Gymnasien, Real- und Hauptschulen, dabei auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium und das Abteigymnasium aus Pulheim bzw. Brauweiler, aus dem gesamten Kreisgebiet zum Thema „Sterben und Tod" gearbeitet – über die Auftaktpressekonferenz hatten wir berichtet.

400 Schüler haben mitgewirkt

An dem, wie es heißt, „ungewöhnlichen Projekt", nahmen 20 Klassen mit knapp 400 Schülern der Klassenstufen 8 bis 12 teil. Die Schüler haben Bestatter, Kripo-Beamte, Pfarrer und Pfleger, Psychologen und Krisenhelfer befragt, Friedhöfe, Gedenkstätten und Beerdigungsinstitute aufgesucht und sich über die Hospizarbeit informiert. Nicht zuletzt, so heißt es, haben sie alle gemeinsam an einem Buch geschrieben, das ihre Erfahrungen und die verschiedensten Aspekte des Themas – wie Loveparade und Amokläufe, Bestattungskultur und Trauerverarbeitung, Sterbehilfe und Suizid – berücksichtigt.

"Tabuthema Tod"

Wer das Buch „Bewusst leben – menschenwürdig sterben" mit dem Untertitel „Ein Schulprojekt im Auftrag der Hospizbewegung im Rhein-Erft-Kreis" in Augenschein nimmt, der wird erkennen, dass hier sehr lebensnahe Erfahrungen von jungen Menschen aufgezeichnet sind, von denen man eher vermutet hätte, dass das Tabuthema „Tod" wenig motivierend sein sollte. Das Gegenteil, dies bescheinigte auch Gerd Felder den jungen Autoren, sei der Fall. Das 135-Seiten starke Buch, mit einem Vorwort von Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident a.D., ist in neun Kapitel gegliedert. Sehr ausdrucksstark dabei sind die Kapitel 3 „Aus eigener Erfahrung" und die „Kurzgeschichten zum Tod" (Kapitel 8).

"Tief beeindruckt!"

Die anwesenden Vertreter der Hospizbewegung bedankten sich bei Gerd Felder und würdigten das Ergebnis, wie Egbert Kohler: „Bin stolz, dass dieses Buch erschienen ist" oder Klaus Terlau: „Bin tief beeindruckt!".

"Nicht der Tod hat das letzte Wort..."

Das Projekt, so war zu hören, wurde von der „C.L. Großpeter-Stiftung" aus Frechen gefördert; die Mittel für das Buch von den Hospizeinrichtungen des Rhein-Erft-Kreises. Auf die Frage, welche Wirkungen man sich von dem Projekt erhoffe, sagten Teilnehmer auf der Pressekonferenz: „Es ist ein Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit der Hospizbewegung im Rhein-Erft-Kreis, um folgende Botschaft nach draußen zu tragen: Nicht der Tod hat das letzte Wort, sondern das Leben!"

Infos kompakt

Bewusst leben – menschenwürdig sterben. Ein Schulprojekt im Auftrag der Hospizbwegung im Rhein-Erft-Kreis. Hrsg.: Gerd Felder, 133 Seiten, ISBN: 978-3-941777-17-0. Das Buch (9,80 Euro) ist in allen Hospizvereinen des Kreises erhältlich.

- Text/Foto/Video: Dr. Ernst Hoplitschek