Post on 03 Oktober 2013

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Gewollter Tabubruch 

Von Pamo Roth

Gewollter TabubruchDie acht ambulanten Hospiz-Vereine des Rhein-Erft-Kreises beteiligen sich an dem Projekt „bewusst leben – menschenwürdig sterben", bei dem sich junge Menschen bewusst mit dem Tod auseinandersetzen sollen.
Es geht darum, ein Tabu zu brechen, und das ist eigentlich eine Stärke von jungen Menschen. Aber das Thema Tod und Sterben wird immer mehr aus der Gesellschaft ausgeklammert und beschäftigt gerade Jugendliche heute nur noch selten. Deswegen beteiligen sich die acht ambulanten Hospiz-Vereine des Rhein- Erft-Kreises an dem Projekt „bewusst leben – menschenwürdig sterben".
Unter der Schirmherrschaft des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und der Projektleitung des Diplom-Theologen Gerd Felder beschäftigen sich die Schüler sieben Wochen lang mit dem Thema. Sie fragen Bestatter und Kripo-Beamte, schauen Seelsorgern und Ärzten über die Schulter, besuchen Friedhöfe und Gedenkstätten und tauchen auch in die Hospizarbeit ein.
 
So können die Ergebnisse aussehen:
„Der Begleiter"
von Deborah Diener,  Jahrgang 9,
Gymnasium Schloss Neuhaus,
Paderborn.

 

TEXTE, BILDER UND MUSIK
Ihre Erlebnisse verarbeiten sie in Texten, Bildern und Musik. Die Ergebnisse werden in einem Buch
veröffentlicht, das die Verfasser erhalten und das in den Hospizen verkauft wird. Hauptsponsor ist die
Frechener C.-L.-Großpeter-Stiftung.
Elf Schulen aus dem Kreis beteiligen sich an dem Projekt, drei aus Hürth, drei aus Bergheim, zwei aus
Pulheim, zwei aus Erftstadt sowie eine aus Wesseling. „Ein wunder Punkt ist, dass bisher noch keine der
Frechener Schulen dabei ist", räumt Felder ein. Insgesamt sind es 350 Schüler aus 17 Klassen der Stufen
8 bis 12, die sich daran beteiligen in den Fächern Religion, Kunst, Deutsch, Philosophie oder Musik.
ERSTAUNLICHE RESONANZ
Die Resonanz der Schüler, die sich bisher an dem Projekt beteiligten, das seit 2007 bereits an mehreren
stationären Hospizen lief, war erstaunlich. Suizid spielte eine herausragende Rolle. Sei Selbstmord doch
die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen, so Felder. Ignaz Pley aus dem Vorstand des Hospizes
Hürth fügt hinzu: „Viele Schüler, die vorher Bammel hatten und dachten, Hospize seien furchtbar und
deprimierend, stellten fest, wie intensiv dort gelebt wird."
Projekt: Bewusst leben - menschenwürdig sterben
Der Tod ist wie der Wind
der einem Baum
die Blätter nimmt
Oft kommt er unverhofft und sanft
doch aussehen tut es
wie ein Kampf
[...]
Eva Kestermann, 9d, Gymnasium Emstetten
Rückfragen zum Projekt:
Gerd Felder
☎ 0251/4888278
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Ambulante Hospizvereine im Rhein-Erft-Kreis
Ignaz Pley
☎ 02233/400574
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