Post on 02 Dezember 2012

 

Lebenswert bis zum Schluss

Lebenswert bis zum Schluss

Das SAPV-Team feierte mit ihren Partnern die Gründung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Acht Ärzte engagieren sich in der neuen Organisation. Foto: Klose

Ein neues Zeitalter in der Palliativbetreuung im südlichen Rhein-Erft-Kreis und im Stadtgebiet Bornheim hat begonnen. Pfleger, Ärzte, Hospizdienste, Seelsorger und Physiotherapeuten feierten die Gründung der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Von Margret Klose


Rhein-Erft-Kreis.

Ein neues Zeitalter in der Palliativbetreuung im südlichen Rhein-Erft-Kreis und im Stadtgebiet Bornheim hat begonnen. Am Mittwochabend feierten Pfleger, Ärzte, Hospizdienste, Seelsorger und Physiotherapeuten im Dorothea Tanning Saal des Max-Ernst-Museums die Gründung der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Die neue Organisation wird dann aktiv, wenn die Patienten bei einer nur noch sehr kurzen Lebenserwartung zu Hause sterben wollen. Die SAPV übernimmt die Rundumbetreuung todkranker Menschen.

„Das Ziel ist, das Leben bis zum Tod noch lebenswert zu erhalten", so Schirmherr Michael Kreuzberg in seiner Ansprache. Die SAPV setzt dabei auf Lebensqualität, wobei die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen im Mittelpunkt stehen sollen. „Mit Unterstützung der SAPV muss niemand mehr Angst davor haben, seinen sterbenden Angehörigen zu Hause zu betreuen", versicherte Kreuzberg.

Tatsächlich wollen – wie Hans-Peter Krämer als Vorstandsvorsitzender der deutschen Krebshilfe in seinem Vortrag sagte – acht von zehn Patienten lieber zu Hause sterben. „Ich beglückwünsche sie und freue mich außerordentlich, dass diese spezialisierte palliative Versorgung mit der kassenärztlichen Vereinigung abgeschlossen werden konnte", sagte er. So sei schließlich auch die Finanzierung dieser intensiven Betreuung durch die Krankenkassen abgesichert.

Unterstützung für die SAPV versprach Prof. Dr. Lukas Radbruch. Er hat einen Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Universität Bonn, ist Direktor der Klinik für Palliativmedizin des Bonner Universitätsklinikums und Leiter des Zentrums Palliativmedizin im Malteser Krankenhaus Bonn/ Rhein-Sieg. Auch bei der Gründung der SAPV im südlichen Rhein-Erft-Kreis hat er mitgewirkt. Die SAPV bedeute für ihn und sein Team auch eine deutliche Arbeitsentlastung. Radbruch lobte vor allem die Arbeit der Ehrenamtler in den Hospizvereinen: „Das ist Vorbild sogar für andere Länder."

Die Palliativmedizinerin Dr. Astrid Bitschnau-Lueg trug maßgeblich dazu bei, dass die SAPV im südlichen Kreis gegründet wurde. Sie habe gewollt, dass die Patienten ärztlich bestens versorgt ihre letzten Tage zu Hause verbringen können, betonte sie in ihrem Redebeitrag. Nach der Gründung der allgemeinen palliativen Versorgung im Rhein-Erft-Kreis 2007 habe sie schnell festgestellt, dass eine zentrale Koordination als Schnittstelle fehle. So wurde 2009 bereits das Palliativnetzwerk im südlichen Kreisgebiet gegründet. Mit der SAPV bekomme der Patient die Leistungen nun aus einer Hand. Speziell geschulte und mit der Situation vertraute Pflegekräfte organisierten schnell und unkompliziert die Pflege zu Hause, so Bitschnau-Lueg.

Acht Ärzte aus Brühl, Walberberg, Erftstadt, Hürth, Wesseling, Urfeld und Sechtem sowie elf Pflegekräfte ebenfalls mit palliativer Zusatzausbildung zählen zum SAPV-Team. Sie sind Tag und Nacht erreichbar unter Telefon (0 22 32) 9 49 99 22

www.palliativteam-rheinerft.de