Mer klevve am Levve …

Bis heute noch hält er und leuchtet im Licht.

Doch irgendwann fällt er – wann, weiß er nicht.

Die Wurzel nie sah er, doch gab sie ihm Kraft; der Biene verdankt er die Reife, den Saft.

‚Was leb ich ?’ – nie fragt er, noch wiegt ihn sein Ast, nie wirklich verzagt’ er, auf alles gefasst.

Mir ganz gewiss schmeckt er und schmeichelt der Hand – kaum je bemerkt schenkt er die Kerne dem Land.

Doch was dann geschieht, er wird es kaum ahnen – eh er sich’s versieht, wächst bald schon sein Samen …

 

 

 

 

Mer klevve am Levve

Text und Foto: Dieter Steves

 

                    

 

Menschen sind wie Kirchenfenster.

Wenn die Sonne scheint,

strahlen sie in allen Farben,

aber wenn die Nacht kommt,

kann nur ein Licht in Innern

sie voll zur Geltung bringen.

 

Elisabeth Kübler-Ross

Kirchenfenster

Gerhard Richter,
Fenster im Kölner Dom

 

 

Ein Tourist darf in einem Kloster

bei Mönchen übernachten.

Er ist sehr erstaunt

über die spartanische Einrichtung ihrer Zellen

und fragt die Mönche:

"Wo habt ihr eure Möbel?"

Schlagfertig fragen die Mönche zurück:

"Ja, wo haben Sie denn Ihre?"

"Meine?" erwidert darauf der Tourist verblüfft,

"ich bin ja nur auf der Durchreise hier."

"Eben", werfen da die Mönche ein,

"das sind wir auch."

           Auf der Durchreise